Schwerpunkt Endoprothetik


 
Maurice Keller

Umstellungskorrekturosteostomie

Reifungsstörungen der Hüftgelenkpfanne (Dysplasie) oder auch Schenkelhals- fehlstellungen können eine Fehlbelastung des Gelenkes bedingen und somit zu Schmerzen und daraus folgend zu einem Knorpelverschleiß führen. Wird nun die Diagnose frühzeitig gestellt bei nur geringem Knorpelschaden, so kann ein gelenkerhaltender Eingriff, insbesondere bei jungen Patieneten, im Sinne einer Umstellungsoperation mit einer gezielten Knochendurchtrennung erfolgen. Diese wird dann entweder am Beckenknochen (Pfanne), um eine bessere Hüftkopfüberdachung zu erreichen, oder am Oberschenkelknochen zur Verbesserung der Schenkelhalswinkelstellung durchgeführt. Ziel beider Maßnehmen ist es, die Kontaktfläche zwischen Gelenkpfanne und Gelenkkopf zu vergrößern und damit die auf den Knorpel einwirkenden Kräfte und Drücke auf eine größere Fläche zu verteilen und so Druckspitzen zu vermeiden.

Um die erzielte Korrekturstellung zu erhalten, werden die Knochenpartner mit Schrauben und Metallplatten fixiert, ähnlich wie bei einer Knochenbruchheilung nach einem Unfall.

Bis zum Abschluss der Knochenheilung nach ca. 12 Wochen ist die Belastbarkeit entsprechend eingeschränkt. Die Mobilisation erfolgt ab dem ersten Tag postoperativ mit entsprechender krankengymnastischer Begleitung unter Ent-/ Teilbelastung des betroffenen Beines. Begleitend erfolgen dann entsprechende, je nach Maßgabe des Operateurs, Bewegungsübungen für das betroffene Gelenk bzw. auch für die angrenzenden Gelenke(Kniegelenk / Wirbelsäule). Im Verlauf erfolgen dann Röntgenkontrollen zur Dokumentation der Heilung und in Abhängigkeit dieser erfolgt dann ein entsprechender Belastungsaufbau. Nach Abschluss der Knochenheilung kann dann eine ambulante oder auch stationäre Rehabilitationsmaßnahme durchgeführt werden.

Eine Entfernung der eingebrachten Schrauben und Platten ist frühestens nach einem Jahr postoperativ in Erwägung zu ziehen.