Rheumatologie/ Rheumaorthopädie

Rheumatologie/ Rheumaorthopädie

Unter dem Sammelbegriff "Rheuma" fasst man heute über 400 verschiedene Erkrankungen zusammen, deren Gemeinsamkeit Schmerzen und Entzündungen im Bereich des Bewegungsapparates sind. Es können allerdings auch  die inneren Organe wie z.B. die Nieren, der Darm, die Augen, der Herzmuskel oder auch die Gefäße betroffen sein. In einigen Fällen kann die Entzündung sogar die  Haut befallen, wie zum Beispiel bei der Schuppenflechte.

Die Ursachen dieser Erkrankungen sind letztendlich noch nicht geklärt. Man weiß jedoch, dass  Autoimmunprozesse eine wichtige Rolle spielen, d.h. körpereigenes Gewebe wird als fremd gedeutet und von körpereigenen Zellen (Immunsystem) angegriffen. 

Hinweise auf eine mögliche Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis können allgemeine Symptome sein wie Müdigkeit, leicht erhöhte Temperatur, verminderte Leistungsfähigkeit und Gewichtsabnahme sein oder auch Gelenk- oder Muskelschmerzen. 

Rheumatoide Arthritis

Die häufigste entzündlich rheumatische Erkrankung ist die Rheumatoide Arthritis oder auch noch Chronische Polyarthritis genannt, an der ca. 450.000 Menschen in Deutschland leiden. Diese Erkrankung tritt in jedem Lebensalter auf, am häufigsten allerdings im 5. bis 7. Lebensjahrzehnt. Frauen sind 3mal häufiger betroffen als Männer. Bei dieser Erkrankung sind insbesondere die Schleimhäute der Gelenke entzündet, es sind aber auch Sehnenscheiden und Schleimbeutel betroffen. Durch die Schleimhäute werden entzündungsfördernde Stoffe produziert, die zunächst den Gelenkknorpel zerstören und im Weiteren auch die gelenkbildenden Knochen. 

Beschwerden

Die Erkrankung beginnt meist schleichend mit Gelenkschwellungen, insbesondere im Bereich der Finger, verbunden mit einer Morgensteifigkeit der betroffenen Gelenke. Wenn eine Gelenkschwellung länger als 6 Wochen anhält, ohne dass zum Beispiel ein Unfall vorlag oder eine andere Ursache dieser Schwellung bekannt ist, sollte eine rheumatologische Abklärung erfolgen, da eine frühzeitige Diagnose prognostisch von großer Wichtigkeit ist. Je eher die Krankheit diagnostiziert und damit therapiert werden kann, desto größer sind die Chancen den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Wird nicht frühzeitig therapiert bzw. die Diagnose-

Diagnostik

Die Diagnostik umfasst neben der ausführlichen körperlichen Untersuchung, dem Anfertigen von Röntgenbildern der betroffenen Gelenke auch eine Blutuntersuchung auf den `Rheumafaktor´ und weiterer typischer Antikörper. 

Konservative Therapie

Da die Ursache der Erkrankung noch nicht geklärt ist, ist eine Heilung nicht möglich. Mit Hilfe von modernen Medikamenten kann aber die Lebensqualität der Betroffenen entscheidend verbessert werden. Dabei steht eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung, mit denen gezielt die Schmerzen reduziert werden können und die Entzündungsreaktion angegangen werden kann. Inzwischen gibt es sogar Medikamente, mit denen speziell das körpereigene Abwehrsystem beeinflusst werden kann, um die Entzündungsreaktionen zu reduzieren. Neben der medikamentösen Therapie in der Behandlung der Patienten spielen aber auch Behandlungsformen wie Physiotherapie und Ergotherapie eine wichtige Rolle, um die Gelenke beweglich zu halten und die Muskeln aufzubauen. Daneben kommen auch noch physikalische Therapiemaßnahmen zum Einsatz wie Wärme- oder Kälteanwendungen oder auch Stromtherapien zur Anwendung. 

Operative Therapie

Ist die Erkrankung allerdings durch Medikamente nicht beherrschbar oder auch die Gelenkzerstörung schon soweit fortgeschritten, dass krankengymnastische Maßnahmen nicht mehr zielführend sind, ist unter Umständen ein operativer Eingriff sinnvoll. Hier bietet die Orthopädische Klinik Herten ein umfassendes Spektrum, angefangen von der arthroskopischen Entfernung der Gelenkschleimhaut über korrigierende Fußeingriffe bis hin zu aufwendigen Prothesenimplantationen, insbesondere im Bereich der großen Gelenke wie Hüft-, Knie- und Schultergelenke.

Nachbehandlung

Nach der Operation werden die Patienten in unserem Hause durch die Mitarbeiter der Abteilungen für Physiotherapie,  Ergotherapie  und Physikalische Therapie umfassend betreut, um die verlorene Selbständigkeit wieder zu erlangen und damit das Alltagsleben wieder meistern zu können. Daneben stehen die Mitarbeiter des Sozialdienstes mit Rat und Tat zur Seite, wenn es z.B. um die Beantragung von möglichen Sozialleistungen geht oder um die Frage der weiteren medizinischen Rehabilitation in stationärer oder ambulanter Form.