Etwa 350 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind im Pflegedienst des Hertener St. Elisabeth - Hospitals beschäftigt. Viele davon, häufig junge Mütter, nehmen das Angebot einer Teilzeitbeschäftigung wahr. Die überwiegende Zahl der Pflegekräfte hat eine dreijährige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege. Zahlreiche Arzthelferinnen finden bei uns ebenfalls einen Arbeitsplatz. Inzwischen bietet das Krankenhaus auch Ausbildungsplätze für Medizinische Fachangestellte, so die neue Berufsbezeichnung, an. Der Pflegedienst wirkt maßgeblich an der Ausbildung mit.
Seit dem 1.April 2009 werden auf einigen Stationen Servicekräfte eingesetzt. Diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sorgen sich ausschließlich um die Verpflegung und um hauswirtschaftliche Aufgaben und sollen die Versorgung unserer Patienten mit „Hotelleistungen“ auf einem besonders hohen Niveau ermöglichen. Das Krankenpflegepersonal wird entlastet und gewinnt Zeit, um sich seiner eigentlichen Aufgabe zuzuwenden und kann vermehrt den ärztlichen Dienst unterstützen.
Die Neuordnung der Tätigkeiten, der an der Patientenversorgung beteiligten unterschiedlichen Berufsgruppen hat im St. Elisabeth-Hospital schon früh begonnen und führt inzwischen zu einem qualifikationsgerechten Personaleinsatz. Mit allen in unserem Krankenhaus Tätigen, besonders intensiv mit den Ärzten, arbeitet die Pflege kooperativ zusammen.
Auf 11 Stationen und in den Funktionsabteilungen, wie der zentralen Operations- und Sterilisationsabteilung, der Anästhesie und den Ambulanzen, der Endoskopie und der Inneren Funktionsdiagnostik, ist der Pflegedienst rund um die Uhr tätig. Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge sowie Anleitung und Beratung von Patienten und ihren Angehörigen sind Merkmale für die allgemeine und spezielle Pflege.
Mit den Fortschritten in der Medizin und den Entwicklungen der Technik, insbesondere der EDV, muss die professionelle Pflege Schritt halten. Deshalb spezialisieren sich zahlreiche Mitarbeiter-/innen und werden extern, berufsbegleitend geschult und nehmen auch rege an den zahlreichen internen Fortbildungsveranstaltungen teil. Im Verbund mit anderen Krankenhäusern bildet das St. Elisabeth-Hospital Pflegekräfte für die Bereiche Intensiv, Anästhesie, Endoskopie, OP und Sterilisation besonders fort.
Pflegemethoden, wie zum Beispiel Basale Stimulation, Bobathlagerung und Kinästhetik werden bereits in der Ausbildung erlernt; zur Vertiefung schulen wir zahlreiche Mitarbeiter in jährlichen Kursen erneut. Die Genesung unserer Patienten wird dadurch gefördert. Eine frühzeitige Mobilisation, falls möglich, oder eine konsequent geplante und durchgeführte Lagerung bietet Schutz vor Komplikationen. Die zur Vermeidung von Druckgeschwüren notwendigen Hilfsmittel wie Spezialbetten und besondere Matratzen, Lagerungskissen und vieles mehr werden ständig ergänzt und entsprechen den hohen Anforderungen der Patientenversorgung und der Arbeitssicherheit. Alle Krankenbetten sind elektrifiziert und höhenverstellbar; gleiches gilt für die modernen Transportstühle und Behandlungsliegen. So ist es auch den Pflegkräften trotz ihrer schweren Arbeit möglich, sich vor Rückenerkrankungen zu schützen.
Die auf nationaler Ebene erarbeiteten Expertenstandards wie zum Beispiel „Sturzprävention“, „Dekubitusprophylaxe“ usw. sind in unserer Klinik seit langem implementiert und dienen den Kranken in der Abwägung zwischen Mobilität und Unversehrtheit.
Ausschließlich für die Diabetesberatung ist eine Krankenschwester mit einer Zusatzausbildung beschäftigt. Gemeinsam mit einem Arzt und einer Diätassistentin steht sie den Betroffenen mit Rat und Tat zu Seite.
Für die Versorgung und Betreuung von stationären und ambulanten Patienten, die an chronischen Wunden leiden, sind mehrere zertifizierte Wundexpertinnen beratend tätig. Diese Mitarbeiterinnen sorgen auch für die Umsetzung und ständige Anpassung des aufwändig erarbeiteten „Wundkonzeptes“, das in unserer Klinik Anwendung findet.
Im Operationsbereich gilt ein vom Pflegepersonal und Ärzten erarbeitetes OP-Statut, das die Abläufe, inzwischen EDV- gestützt, der Abteilung im Sinne der Patienten optimiert.
In einem fortlaufenden qualitätssortierten Prozess entwickeln oder überarbeite Arbeitsgruppen zahlreiche Pflegestandards.
Die Qualitätssicherung ist Aufgabe aller im Pflegebereich Tätigen. Ganz besonders haben sich in der Pflegedirektion die Bereichsleitungen dieses zur Aufgabe gemacht. Die Pflegedokumentation wird fortlaufend auf Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit überprüft. Im Rahmen von Fallbesprechungen wird die Pflegequalität festgestellt und bei besonders pflegeintensiven Patienten begleitet die zuständige Bereichsleiterin die Pflegevisite.
Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die im Pflegedienst des St. Elisabeth-Hospitals mit Führungsaufgaben betraut sind, haben eine über 700 Stunden dauernde Zusatzausbildung zur Stations- und Abteilungsleitung durchlaufen. Dabei werden Themen wie Pflegeverständnis und Menschenbild, Führungsprinzipien und Personalentwicklung sowie Gesprächsführung behandelt. Ergänzend nehmen alle Stations- und Abteilungsleitungen jedes Jahr gemeinsam an einem mehrtägigen Seminar teil.
Unsere über 30 Praxisanleiter und Praxisanleiterinnen haben in 200 Unterrichtsstunden didaktisches und pädagogisches Rüstzeug erhalten, um junge Menschen während ihrer Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege zu begleiten und zu unterstützen. Jeweils im Januar und August eines Jahres beginnt in der dem Krankenhaus angegliederten Krankenpflegeschule die dreijährige Ausbildung. Da die Anforderungen, die sich aus dem Krankenpflegegesetz und der dazu gehörenden Ausbildungs- und Prüfungsordnung ergeben, sehr hoch sind, ist eine gute schulische Vorbildung nötig.
Im Berufsleben kann man sich dann, wie mehrfach beschrieben, vielfältig weiterentwickeln. Studiengänge für das Pflegemanagement, die Pflegeforschung und für die Lehrtätigkeit an Krankenpflegeschulen, um nur einige zu nennen, werden an zahlreichen Universitäten und Fachhochschulen angeboten.
Ziel unseres ganzheitlichen, christlich geprägten Pflegeverständnisses ist es, dem Kranken Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit zu erhalten oder zurückzugeben auf körperlicher, seelischer, sozialer und spiritueller Ebene. Die professionelle Krankenpflege hat ihren Ursprung im caritativen Wirken christlicher Ordensgemeinschaften. Das Profil des modernen Pflegeberufes hat sich im Laufe der Jahre immer weiter entwickelt, doch auch bei allen kommenden Veränderungen wird für uns immer der kranke Mensch im Mittelpunkt unseres pflegerischen Handelns stehen.
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