Schwerpunkt Endoprothetik


 
Maurice Keller

Hüftgelenksersatz


Zementfreie Hüftprothese (Normalschaft)

 

Wenn das Hüftgelenk unwiderruflich geschädigt ist, ein entsprechender Leidensdruck vorliegt und die konservativen Therapieverfahren ausgeschöpft sowie die oben genannten gelenkerhaltenden Verfahren nicht mehr möglich sind, so ist die Zeitpunkt zu einem künstlichen Ersatz des Hüftgelenkes gegeben. Dabei stehen verschiedene Hüftprothesensysteme mit unterschiedlichen Verankerungsformen zu Verfügung. 

Eine Hüft-Totalendoprothese besteht aus einer Metallpfanne mit einer Innengleitschale aus Keramik oder Polyethylen und aus einem Metallschaft auf dem ein Kopf aus Metall oder Keramik aufgesetzt wird. Die künstliche Pfanne kann je nach Knochensubstanz (Osteoporose) in den Beckenknochen zementfrei eingeschraubt oder in einer so genannten zementfreien Press-fit-Verankerung (`Einklemmung´) eingebracht werden. Bei größeren Knochenschäden oder bekanntem Knochenschwund (Osteoporose) kann die Pfanne auch zementiert verankert werden. Gleiches gilt für den Prothesenschaft, der wiederum auch zementfrei oder zementiert verankert werden kann. Die Metallkomponenten der Hüft-Totalendoprothese bestehen entweder aus einer Kobalt-Chrom-Legierung für die zementierten Prothesen oder Titanlegierung bei den zementfrei eingebrachten Prothesen. Bei der zementfreien Verankerungsform ist die Oberfläche der Prothese mit einer Beschichtung versehen, die das Einwachsen des eigenen Knochens in die ermöglicht. Somit macht man sich die biologische Knochenaktivität zunutze



Zementfreie Kurzschaftprothese

Bei jungen Patienten, aber auch bei älteren, noch sportlich aktiven Patienten bis zu einem Lebensalter von 70 Jahren, können so genannte knochensparende zementfreie Systeme implantiert werden wie zum Beispiel Kurzschaftprothesen. Bei diesem Verfahren wird nur der zerstörte Hüftgelenkkopf entfernt und der noch gute Schenkelhalsknochen erhalten. Dieses hat den Vorteil, dass ,aufgrund des Designs, zu einen die Prothese muskelschonend eingebracht werden kann und zum anderen die Biomechanik des Knochens wenig beeinträchtigt wird mit einer physiologischen Krafteinleitung.

Vorteilhaft ist auch die Tatsache, dass, bei einer zu erwartenden Folgeoperation, noch genügend Knochensubstanz erhalten ist, um noch eine so genannte Standardhüfte implantieren zu können. Die guten und klinisch bewährten Standardschaftprothesen sind den Patienten vorbehalten, die zum Beispiel unter erheblichen Knochenschwund (Osteoporose) leiden oder auch starke Verformungen im Bereich des Schenkelhalses aufweisen, so dass der Einbau einer Kurzschaftprothese nicht möglich und sinnvoll ist.

Nachbehandlung

Am ersten Tag nach der Operation darf der Patient schon aufstehen und das operierte Bein voll belasten. Unter physiotherapeutische Betreuung erfolgt zunächst die Mobilisation im Zimmer mit Sitzen auf der Bettkante oder auch kurzen Steh- und Gehphasen. Im Weiteren wird der Patient dann unter Zuhilfenahme zweier Unterarmgehstützen im Vierpunktegang, dass heißt mit ca. 80% der Vollbelastung, auf der Stationsebene mobilisiert und nimmt an den entsprechenden Therapieeinheiten in der physiotherapeutischen Abteilung teil (Gerättraining, Gruppen- und Einzeltherapie). Unter Umständen, je nach der Gesamtkonstitution und dem Gesundheitszustand, nimmt der Patient dann auch an Übungseinheiten im Schwimmbecken teil. Nach ca. zehn Tagen schließt sich dann nahtlos die stationäre bzw. ambulante Anschlussheilbehandlung an, die im Einklang mit den Patientenwünschen durch die Mitarbeiter des Sozialdienstes unseres Hauses eingeleitet wird. Auf Wunsch kann der Patient aber auch noch mal vor Durchführung der stationären Anschlußheilbehandlung ein paar Tage nach Hause.