Herzschrittmacher

Bei zu langsamem Herzschlag werden Herzschrittmacher eingebaut. Ein zu langsamer Herzschlag kann zu Schwindel und Bewusstlosigkeit, zu Belastungsluftnot, Wassereinlagerungen und allgemeiner Leistungsschwäche führen. Insbesondere plötzliche Bewusstlosigkeiten (Synkopen) ohne Vorwarnung und mit Verletzungsfolge entstehen häufig bei plötzlichen Bradykardien (langsamen Herzaktionen). Um diese Beschwerden zu behandeln und Verletzungen zu vermeiden, ist der Einbau (Implantation) eines Herzschrittmachers die Therapie der Wahl.
Herzschrittmacher werden abhängig von der Ursache der Herzrhythmusstörung mit einer oder zwei Elektroden verwendet und über eine Vene zum rechten Herzen vorgeführt. Die Herzschrittmacher haben ein Gehäuse in dem sich die Batterie und der Computer mit den elektrischen Verschaltungen befinden. Über die Elektroden nimmt der Schrittmacher die Impulse aus dem Herzen wahr und falls eine Pause auftritt oder die Herzaktion unter eine voreingestellte Schwelle fällt (meistens 50/min, 55/min oder 60/min) stimuliert der Schrittmacher mit einem elektrischen Impuls, der für die Patienten nicht wahrnehmbar ist, das Herz. Die neuen Schrittmacher haben eine Batterielebensdauer von circa 10 Jahren, allerdings abhängig von der Energie, die für einen Herzschlag benötigt wird und von der Häufigkeit der Stimulation. Weiterhin existieren spezielle Schrittmacher und Elektroden für Patienten die MR-Untersuchungen benötigen. Die bei uns implantierten modernen Schrittmacher ermöglichen die Abfrage von relevanten Rhythmusstörungen im Schrittmacherspeicher (der quasi wie ein Langzeit-EKG funktioniert) und eine Anpassung an körperliche Belastung (sogenannte Frequenzadaptation). Diese neuen Herzschrittmacher messen automatisch alle wichtigen Messwerte selbst und passen gegebenenfalls die Einstellungen bzw. die Programmierung an.

Defibrillatoren – ICD (implantierbare Cardioverter-Defibrillatoren; auch „Defi“ genannt)

Bei einer verminderten Herzleistung besteht ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod, auch nach überlebtem Herztod. In diesen Fällen werden sogenannte implantierbare Defibrillatoren-Cardioverter – kurz „ICD“ oder „Defi“ – eingesetzt, um im Falle von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen mit einer Überstimulation oder einem ICD-Schock diese Rhythmusstörung (Kammerflattern, Kammerflimmern) zu beenden und damit den plötzlichen Herztod zu verhindern.

CRT-ICD oder CRT-Schrittmacher zur Resynchronisation (Herzstärkung bei Blockbild)

Darüber hinaus werden in unserer Klinik spezielle 3-Kammerschrittmacher oder 3-Kammer-ICD bei Patienten mit Herzschwäche und einer Schaukelbewegung des Herzens aufgrund eines sogenannten Linksschenkelblocks zur Herzstärkung eingesetzt. Über eine Herzvene wird eine zusätzliche dritte Elektrode an die linke Herzwand vorgeführt; damit kann das Herz wieder harmonisch stimuliert werden. Diese Form der Stimulation nennt sich auch kardiale Resynchronisationstherapie (= CRT) und führt sowohl zu einer Stärkung der Pumpkraft des Herzens, als auch zu einer Besserung der Luftnotbeschwerden bei den Patienten.

Ereignisrekorder (Eventrekorder)

Unter Ereignisrekorder oder Eventrekorder versteht man kleine Geräte, die den Herzrhythmus aufzeichnen und speichern können. Für Patienten mit unklaren Bewusstlosigkeiten (Synkopen) und bei unklaren Herzrhythmusstörungen werden diese sogenannten Ereignisrekorder eingebaut (implantiert). Im Falle von Auffälligkeiten im Herzrhythmus, wie beispielsweise plötzliche Pausen oder schneller oder langsamer Pulsschlag, werden diese gespeichert und können vom Arzt ausgewertet werden. Die kleinen Geräte werden minimal-invasiv neben dem Brustbein unter die Haut geschoben und sind so groß wie zwei Streichhölzer oder ein USB-Stick.