Herzkatheterlabor

Im St. Elisabeth-Hospital Herten werden seit 1995 Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt. Im Herzkatheterlabor wird untersucht, ob Engstellen (Stenosen) an den Herzkrankgefäßen vorliegen. Im Falle von bedeutsamen Stenosen können diese im Rahmen der gleichen Untersuchung häufig durch eine Ballonaufdehnung mit meistens einer Stentimplantation therapiert werden. Unsere große Erfahrung für Herzkatheteruntersuchungen wird durch die große Anzahl der Untersuchungen verdeutlicht: In unserem Herzkatheterlabor werden von der Abteilung für Kardiologie und der Praxis Dres. Jochems/Godder/Altilar jährlich mehr als 1600 Untersuchungen durchgeführt. Alle Untersuchungen werden durch eine unabhängige externe Qualitätssicherung erfasst und ausgewertet.


Für Patienten mit akutem Herzinfarkt besteht zur notfallmässigen, sofortigen Behandlung am St. Elisabeth-Hospital Herten seit Oktober 2013 eine 24 Stunden Herzkatheterbereitschaft an 365 Tagen im Jahr.

Bitte klicken Sie auf ein Thema um weitere Informationen zu erhalten.

 

Linksherzkatheteruntersuchung

Über eine Schleuse in der Leistenarterie (oder im Handgelenk) wird ein Katheter mittels Führungsdraht bis zum Herzen vorgeschoben, um die Herzkranzgefäße anzusteuern. Nach Durchleuchtung und gesicherter Positionierung wird der Führungsdraht entfernt und nun das entsprechende Gefäß mittels Kontrastmittel dargestellt. Ggf. erfolgen Katheterwechsel. Mittels weiterer Führungsdrähte können weitere Herzkranzgefäße dargestellt werden. Abhängig vom Untersuchungsbefund besteht nun die Möglichkeit weiterer, nachfolgend aufgelisteter Eingriffe wie Ballondilatation / Stentimplantation / FFR-Messung.

Allergische Reaktionen bei Verwendung des Kontrastmittels sind selten und es kann durch Gabe bestimmter Medikamente gegengesteuert werden. Die Menge des Kontrastmittels wird möglichst gering gehalten; insbesondere bei Patienten mit Nierenerkrankungen und einer Schilddrüsenüberfunktion.

Nach Abschluss der Untersuchung wird häufig ein sog. Gefäßverschlusssystem verwendet, um die Komplikationsrate in Form von Nachblutungen und Bildung von Gefäßanomalien (Aneurysma spurium) vorzubeugen.

Messung der fraktionellen Flussreserve (FFR-Messung)

Bei bestimmten Konstellationen werden während der Linksherzkatheteruntersuchung vor und nach einer bestehenden Engstelle Drücke gemessen (intrakoronare Druckmessung). Abhängig von diesem Ergebnis lässt sich eine konkretere Entscheidung für oder gegen eine Stentimplantation treffen: Nur Stenosen, die eine Koronarischaemie verursachen, profitieren von einer Stentimplantation.

PTCA / Stentimplantation

Während der Untersuchung können meistens Gefäßverengungen (interventionell) direkt behoben werden. Diese Gefäßverengungen werden mittels Ballonaufdehnung behoben; mehrheitlich wird ein Stent (Gefäßstütze) in das betroffene Gefäß eingebracht. Hierbei handelt es sich um sehr feine Drahtgeflechte in unterschiedlichsten Größen und unterschiedlichen Wirkungsweisen: Unbeschichtete Stents (nicht-medikamentenfreisetzend) und beschichtete Stents (medikamentenfreisetzend; sog. DES). Welcher Stent bevorzugt wird, ergibt sich erst während der Untersuchung (wird nach Leitlinienkriterien entschieden). Sofern medikamentenfreisetzende Stents benutzt werden, schließt sich eine längerfristige medikamentöse Blutverdünnung an.

Rechtsherzkatheteruntersuchung

Hierbei wird der Katheter ausschließlich in die rechte Herzkammer eingeführt, um dort verschiedene Drücke und die Sauerstoffsättigung des Blutes zu messen.

Nierenarteriendilation und Stentimplantation

Im Rahmen einer Katheteruntersuchung lassen sich die Nierenarterien darstellen um Engstellen zu diagnostizieren bzw. auszuschließen. Ebenso lassen sich diese Engstellen aufdehnen und Stents implantieren. Ziel ist es, den Bluthochdruck zu senken.

Renale Denervation (RDN)

Mittels eines Katheters werden im Bereich der Nierenarterien Messungen vorgenommen und mittels Hitze an lokalisierten Stellen eine Verödung des Nervengeflechts vorgenommen. Hierdurch wird eine langfristige Blutdrucksenkung angestrebt.