Endoskopische Vollwandresektion

Neues Therapieverfahren am St. Elisabeth-Hospital

 

Werden im Rahmen einer Dickdarmspiegelung (Koloskopie) Polypen (Vorstufen von Dickdarmkrebs) entdeckt, können diese bis zu einer bestimmten Größe mit einer Elektroschlinge abgetragen werden. Um die tiefer gelegene Darmwand zu schützen, wird routinemäßig ein Flüssigkeitsdepot zwischen Polyp und Darmwand unterspritzt.

 

In manchen Fällen ist dies technisch nicht möglich, zum Beispiel aufgrund von Vernarbungen oder wenn bereits sogenannte frühe Krebsformen vorliegen. Auch Veränderungen, die unter der Schleimhaut liegen (sogenannte submuköse Tumoren) waren bisher ein Fall für die Chirurgie.  Eine endoskopische Abtragung ist dann aufgrund des hohen Verletzungsrisikos der Darmwand in der Regel nicht möglich.

 

Mit dem kürzlich eingeführten sogenannten FTRD-Device (Full Thickness Resection Device) der Firma Ovesco können erstmalig Vollwandresektionen im Dickdarm auch sicher endoskopisch durchgeführt werden.

 

Durch einen Spezialclip, der so ähnlich aussieht wie eine Bärenkralle, wird unter dem abzutragenden Areal zunächst ein Vollwandverschluss herbeigeführt.  Anschließend kann das Gewebe ohne Perforations- oder Blutungsrisiko mit einer Schlinge abgetragen werden.

 

Für das Verfahren kommen nur bestimmte Arten von Polypen oder Tumoren infrage. So zum Beispiel Frühkarzinome bis zu einer Größe von rund zwei Zentimetern oder auch wieder auftretende Polypen mit ausgeprägter Narbenbildung. Die Abteilung für Gastroenterologie hat bereits große Erfahrungen mit dem Vollwandverschlusssystem und wurde deswegen als eine der ersten Kliniken in der Region für die Nutzung des Systems der Herstellerfirma zertifiziert.

 

Nun konnte die erste Vollwandresektion bei einem Patienten mit einem erneut aufgetretenen Polypen im Enddarm komplikationslos durchgeführt werden.

Grafik:

  • Bild1-3: Das zu entfernende Gewebe, wird mit einer Zange gefasst und in die Kappe, die auf dem Endoskop installiert ist, eingezogen.
  • Bild 4: Anschließend wird ein spezieller Clip (Bärenkralle) ausgelöst, der unter der Zielläsion einen Vollwandverschluss erzeugt
  • Bild 5: Das überstehende Gewebe mit dem Polyp kann ohne relevantes Blutungs- oder Perforationsrisiko mit der ebenfalls integrierten Elektroschlinge abgetragen und in der Kappe geborgen werden.